Wappen Förderkreis Historisches Breckenheim e.V. Altes Rathaus
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Vor der Kirche auf dem ehemaligen Friedhof wurde eine kleine Anlage angelegt. In der Mitte wurde ein Ehrenmal zum Gedenken der 24 Gefallenen und Vermissten des 1. Weltkriegs errichtet und am 8. April 1923 eingeweiht.





Die Kinder sagten Gedichte auf und der Gesangverein „Frohsinn“, welcher 1922 im Gasthaus „Zum Deutschen Kaiser“ gegründet wurde, sang „Ich hatte einen Kameraden“. Durch den Krieg wurde der Gesangverein „Eintracht“ nach 25 Jahren aufgelöst. Nun gab es nur noch den Gesangverein „Frohsinn“.

Ein Omnibus, den Konrad Bär kaufte und sein Sohn Karl fuhr, brachte die Dorfbewohner in die Nachbardörfer oder nach Wiesbaden.

Ab 1927 gab es dann eine städtische Omnibuslinie, bis Bierstadt fuhr der Bus und von dort konnte man mit der elektrischen Straßenbahn nach Wiesbaden fahren. Ein Sparkassenverein und ein Konsum wurden im Dorf eröffnet. Nach Langenhain baute man eine Straße, die man später verbreitete. Noch heute heißt die Straße im Volksmund „Neuer Weg“.

Acht Milchleute aus dem Dorf sammelten die Milch morgens und abends mit Pferd und Wagen bei den Bauern ein. Bei Wind und Wetter, Sommer wie Winter, auch an den Feiertagen fuhren sie mit der Milch und dem Pferdegespann nach Wiesbaden. Jeder hatte sich Kunden erworben und brachte ihnen die Milch ins Haus. Die Straßen waren teils noch nicht ausgebaut. Oft gab es strenge Winter mit viel Schnee. Für Pferde und Menschen war es eine schwere Zeit. Im dunkeln morgens erst bei den Bauern die Milch holen, zu Hause das Vieh versorgen und dann ging es los, verstreut in Wiesbaden wohnten die Kunden. Ab 1927 fuhren die ersten Autos der Milchleute. Die Kunden wurden auch mit Obst und Gemüse, Eier und Kartoffel, alles was im Dorf angebaut wurde, beliefert. Ab 1933 wurde eine Milchsammelstelle eingerichtet und die Bauern mussten die Milch morgens und abends dorthin bringen. Eine Tiefkühlanlage hielt die Milch frisch. Es gab Fett und Schmutzkontrollen, danach wurde die Milch am Ende eines Monats bezahlt. Diese Sammelstelle gab es bis 1990. Die wenigen Bauern, die es im Dorf oder Aussiedlerhöfen noch gab, wurden von einem großen Tankwagen angefahren, der die Milch abholte.




Quellennachweis:
Nassauisches Heimatbuch von Karl Jacobi, Wiesbaden 1913
Wiesbaden im Mittelalter von Otto Reukhoff
Geschichte von Nassau II. Teil von Dr. C. Spielmann, 1926
Beschreibung des Herzogtum Nassau vom C.D. Vogel Decan in Kirberg
Wiesbadener Verlag von Wilhelm Beyerle, 1843
Der Ehemalige Landkreis Wiesbaden von Dr. Phil. d.c. Albert Heuche, 1930
Breckenheimer Schulchronik ab 1750
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
Wiesbadener Landesbibliothek

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